Geotechnik in Augsburg

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Die schwere Rammsonde setzt auf dem sandigen Kies vor einer Baugrube in Augsburg-Oberhausen auf. In rund sechs Metern Tiefe zeichnen die Messaufnehmer den ersten deutlichen Widerstandssprung auf – typisch für den Übergang zu den quartären Schottern der Lech-Niederterrasse. Die bodenmechanische Untersuchung liefert genau diese Kennwerte, die Tragwerksplaner für die Gründung im Augsburger Stadtgebiet brauchen. Nur mit belastbaren Daten zu Lagerungsdichte, Konsistenz und Scherfestigkeit lassen sich Setzungen berechnen und der Grundbruch ausschließen. Vor allem in den südlichen Stadtteilen wie Haunstetten, wo mächtige Lösslehmdecken den tragfähigen Schotter überlagern, ist die kombinierte Erkundung durch Sondierung und Aufschluss unverzichtbar. Wer hier mit einer SPT-Bohrung die Schlagzahlen ermittelt, erhält ein klares Bild der Tragfähigkeit.

Die Lechtalterrasse in Augsburg zeigt auf engstem Raum extreme Wechsel: von tragfähigem Schotter bis zu setzungsempfindlichem Auelehm – ein Baugrund, der ohne detaillierte bodenmechanische Untersuchung nicht beherrschbar ist.
Geotechnik in Augsburg
Technisches Referenzbild — Augsburg

Unser Ansatz

Die bauliche Entwicklung Augsburgs spiegelt sich im Untergrund wider. Die mittelalterliche Kernstadt wuchs auf dem hochwassersicheren Hochterrassenschotter, während die gründerzeitliche Expansion ins Lech- und Wertachtal in grundwasserbeeinflusste Böden vordrang. Heutige Bauvorhaben treffen daher auf ein Mosaik aus Auelehmen, Torflinsen und fluviatilen Sanden. Die bodenmechanische Untersuchung klassifiziert diese Schichten nach DIN EN ISO 14688 und bestimmt die bodenphysikalischen Kennwerte im Labor. Entscheidend ist der Wassergehalt: In den grundwassernahen Quartieren von Lechhausen oder Firnhaberau kann bereits eine saisonale Schwankung des Grundwasserspiegels um 80 cm die effektiven Spannungen signifikant verändern. Für eine präzise Bewertung der Zustandsgrenzen ergänzen wir die Analyse durch die Atterberg-Grenzen, um die Plastizität bindiger Schichten zu erfassen und die Gefahr von Schrumpf- und Quellvorgängen bei längerer Trockenheit oder Vernässung einzuschätzen.

Örtliche Baugrundfaktoren

Im südlichen Friedberger Feld und entlang der Wertach treten oberflächennah schluffig-tonige Deckschichten auf, die bei Wasserzutritt rasch an Tragfähigkeit verlieren. Die bodenmechanische Untersuchung muss hier besonders die undränierte Scherfestigkeit cu ermitteln, um die Standsicherheit von Baugrubenböschungen zu bewerten. In Augsburg liegt die kritische Tiefe für Böschungen ohne Verbau im bindigen Boden oft schon bei 2,50 m – ein unterschätzter Faktor bei Einfamilienhauskellern. Die unzureichende Erkundung dieser Schichten führte in der Vergangenheit zu mehreren dokumentierten Grundbrüchen an innerstädtischen Baugruben, die durch alte verfüllte Stadtbachläufe noch zusätzlich destabilisiert wurden. Das Risiko von Nachbarschäden durch Setzungsmulden ist in der dichten Blockrandbebauung des Textilviertels nicht zu vernachlässigen.

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Videomaterial

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
KorngrößenverteilungDIN EN ISO 17892-4
KonsistenzgrenzenDIN EN ISO 17892-12
WassergehaltDIN EN ISO 17892-1
Dichte (Proctor)DIN 18127
Scherfestigkeit (Rahmenscher)DIN EN ISO 17892-10
Einaxiale DruckfestigkeitDIN EN ISO 17892-7
GlühverlustDIN 18128

Weitere Fachleistungen

01

Drucksondierung (CPT)

Erfassung von Spitzendruck und Mantelreibung für einen lückenlosen Schichtaufbau, besonders geeignet im heterogenen Schotter-Lehm-Wechsel des Augsburger Untergrunds.

02

Rammsondierung (DPH/DPM)

Ermittlung der Lagerungsdichte in rolligen Böden. In Augsburg die Standardmethode zur Erkundung der quartären Flussschotter bis in Tiefen von 12 m.

03

Laborversuche nach DIN

Bestimmung von Kornverteilung, Konsistenzgrenzen, Glühverlust und Scherparametern an gestörten und ungestörten Proben aus dem Augsburger Stadtgebiet.

Referenznormen

DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-1 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN EN ISO 17892: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben, DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen

Fragen und Antworten

Wie tief muss eine bodenmechanische Untersuchung in Augsburg reichen?

Die Erkundungstiefe richtet sich nach der Gründungsart und der Baugrundsituation. Gemäß DIN 4020 sind für Einfamilienhäuser meist 6 bis 8 m ausreichend, sofern kein tieferreichender setzungsempfindlicher Boden vorliegt. In Augsburg erreichen die Bohrungen oder Sondierungen häufig die quartären Niederterrassenschotter in etwa 4 bis 7 m Tiefe.

Welche Kosten entstehen für eine bodenmechanische Untersuchung in Augsburg?

Die Kosten für eine normgerechte bodenmechanische Untersuchung in Augsburg liegen im Regelfall zwischen €2.940 und €5.220. Der Preis hängt vom Umfang der Feldversuche, der Anzahl der Sondierungen oder Bohrungen und dem erforderlichen Laborprogramm ab.

Wer darf eine bodenmechanische Untersuchung in Augsburg durchführen?

Die Durchführung obliegt einem geotechnischen Sachverständigen oder einem spezialisierten Ingenieurbüro mit akkreditierter Prüfstelle. Die Laboranalysen erfolgen unter Einhaltung der DIN EN ISO 17892-Reihe, die Berichterstattung muss den Vorgaben des Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) entsprechen.

Welche Baugrundrisiken sind für Augsburg typisch?

Augsburg ist durch die Lage im Lech- und Wertachtal von Auelehmen, Torflinsen und schwankenden Grundwasserständen geprägt. Die organischen Weichschichten in den Flussniederungen sind stark setzungsempfindlich und können zu differenziellen Setzungen führen. Zudem können alte verfüllte Stadtbäche lokale Instabilitäten im Baugrund verursachen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Augsburg und seinem Großraum.

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