Augsburgs Stadtgeschichte ist untrennbar mit dem Lech verbunden. Die Römer gründeten hier das älteste Stadtgebiet nördlich der Alpen, und die mittelalterliche Wasserwirtschaft hat die Bodenmechanik im Stadtgebiet nachhaltig geprägt. Wer heute im Bereich der ehemaligen Lechkanäle oder im dicht bebauten Stadtkern eine Baugrube aushebt, steht auf historisch vorbelastetem Terrain mit oft uneinheitlichen Auffüllungen. Dazu kommen die natürlichen quartären Kies-Sand-Wechsellagerungen, die bei Wasserzutritt schnell ihre Standfestigkeit verlieren. Unsere geotechnische Baugrubenüberwachung liefert in Echtzeit die Daten, die Sie als Bauleiter oder Tragwerksplaner brauchen, um Setzungen, Verschiebungen und Grundwasseränderungen sofort zu erkennen und die Verbausicherheit gemäß [DIN 4123:2012-09](https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/nabau/normen/wdc-beuth:din21:155819644) lückenlos zu dokumentieren. Wir arbeiten hier mit inklinometrischen Messketten und automatischen Setzungspegeln, die jede Bewegung im Zehntelmillimeterbereich erfassen.
Eine unerkannte Verformung von 5 Millimetern am Verbau kann in Augsburgs rolligen Böden innerhalb von Stunden zu einem kritischen Nachbruch führen.
Örtliche Baugrundfaktoren
In Augsburg sehen wir oft, dass bei kleineren innerstädtischen Baugruben auf ein messtechnisches Monitoring verzichtet wird, weil der Verbau 'nur' 4 Meter tief ist. Das ist ein gefährlicher Trugschluss. Gerade im Bereich der Altstadt, wo Nachbarbebauung oft auf flach gegründeten Streifenfundamenten aus dem 19. Jahrhundert steht, können schon geringe Auflockerungen des Baugrunds zu unzulässigen Setzungen führen. Ein hydraulischer Grundbruch im Kies, ausgelöst durch eine undichte Spundwand, entwickelt sich manchmal innerhalb weniger Stunden. Unser Messsystem erkennt einen ansteigenden Porenwasserdruck hinter der Verbauwand sofort und löst einen stillen Alarm aus, bevor der Schaden im Bestand eintritt. Wir dokumentieren alle Messwerte beweissicher für das Bautagebuch und die spätere Abnahme durch den Prüfingenieur für Geotechnik.
Referenznormen
DIN 4123:2012-09 – Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude, DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 4107-2:2011-05 – Geotechnische Messungen – Teil 2: Extensometer- und Inklinometermessungen, EAU 2012 – Empfehlungen des Arbeitsausschusses 'Ufereinfassungen', ZTV-ING Teil 3 – Massivbau, Abschnitt 5 Wasserhaltung
Fragen und Antworten
Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Augsburg?
Die Kosten für eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Augsburg liegen je nach Umfang und Dauer zwischen 790 € für eine einfache Beweissicherung mit wenigen Setzungspunkten und rund 2.470 € für ein vollautomatisches Monitoring-System mit Webportal über 8 Wochen. Entscheidend sind die Anzahl der Messquerschnitte, die Aushubtiefe und die erforderliche Messfrequenz. Wir erstellen Ihnen gern ein Festpreisangebot nach einer kurzen Baustellenbegehung.
Ab welcher Aushubtiefe ist eine Baugrubenüberwachung nach DIN 4123 vorgeschrieben?
Die DIN 4123 fordert eine messtechnische Überwachung immer dann, wenn eine Baugrube tiefer als 3 Meter ausgehoben wird oder wenn der Abstand zur Nachbarbebauung geringer als die doppelte Aushubtiefe ist. In Augsburgs Innenstadt mit ihrer dichten historischen Bebauung ist das praktisch bei jeder Baugrube der Fall. Der Prüfingenieur für Geotechnik legt die genauen Messpunkte und Grenzwerte im Vorfeld fest.
Wie oft werden die Messdaten während einer Baugrubenüberwachung aktualisiert?
Das hängt vom Messkonzept ab. Bei unserem automatischen System mit elektronischen Wegaufnehmern und Datenloggern erfolgt die Messung alle 15 Minuten und die Werte werden live in ein passwortgeschütztes Webportal übertragen. Bei manuellen geodätischen Messungen ist ein täglicher oder zweitägiger Rhythmus üblich. Bei Erreichen eines Alarmwerts erfolgt unabhängig vom Messzyklus sofort eine Benachrichtigung des Bauleiters per SMS.
Können Sie auch das Erschütterungsmonitoring beim Einbringen von Spundwänden übernehmen?
Ja, die Erschütterungsmessung nach DIN 4150-3 ist ein fester Bestandteil unseres Leistungsspektrums. Wir installieren Schwinggeschwindigkeitsaufnehmer an den nächstgelegenen Gebäuden und zeichnen die Erschütterungen während der Rammarbeiten kontinuierlich auf. Die Auswertung erfolgt direkt vor Ort, sodass die Rammenergie bei Bedarf sofort angepasst werden kann, um die Anhaltswerte der Norm sicher einzuhalten.