Man merkt es auf vielen Baustellen im Augsburger Stadtgebiet: der Untergrund ist ein Flickenteppich. Die quartären Kiesterrassen des Lechs sorgen zwar streckenweise für tragfähigen Boden, aber die Wechsellagerungen mit feinkörnigen Auenablagerungen und die teils mächtigen anthropogenen Auffüllungen im Stadtzentrum machen die Baugrundbeurteilung anspruchsvoll. Wenn es um die seismische Klassifizierung geht, reichen klassische Bohrungen allein nicht aus. Wir vom Labor setzen bei solchen Fragestellungen auf die aktive und passive MASW, um das VS30-Profil lückenlos zu erfassen und den Schichtaufbau wirklich zu verstehen. Gerade in den Stadtteilen entlang der Wertach, wo die Talverfüllungen tiefer reichen, ist die Kombination mit einer Sondierbohrung mit SPT oft der Schlüssel, um die dynamischen Bodenkennwerte korrekt zu kalibrieren.
Die VS30 ist kein abstrakter seismischer Parameter, sondern die direkte Eingangsgröße für das Antwortspektrum Ihres Bauwerks.
Fragen und Antworten
Was kostet eine MASW-Messung in Augsburg?
Die Kosten richten sich nach der Messmethode und der Anzahl der Profile. Eine aktive MASW-Messung für ein Einfamilienhaus liegt bei etwa 1.600 Euro, während eine kombinierte Kampagne aus aktiven und passiven Messungen für größere Projekte zwischen 2.200 und 3.100 Euro kostet. Jedes Angebot erstellen wir individuell nach Ihren Aufschlusszielen.
Welche normativen Vorteile bringt die MASW gegenüber klassischen Verfahren?
Die MASW ist die einzige zerstörungsfreie Methode, die ein kontinuierliches Vs-Profil über die vollen 30 Meter Tiefe liefert. Im Gegensatz zu Downhole- oder Crosshole-Messungen entfällt die aufwändige Bohrlochinstallation. Sie erfüllt die Anforderungen der DIN EN 1998-1/NA zur Bestimmung der Baugrundklasse und wird auch im Leitfaden des Bayerischen Landesamts für Umwelt als zuverlässige Methode für Mikrozonierungsstudien geführt.
Reicht die MASW allein für die Gründungsbemessung?
Die MASW liefert die dynamischen Bodenparameter und die seismische Klassifizierung. Für die statische Bemessung von Fundamenten oder Pfählen brauchen Sie zusätzlich Aufschlüsse über die Tragfähigkeit. Wir empfehlen daher die Kombination mit einer direkten Sondierung – so haben Sie das komplette geotechnische Modell aus einer Hand.
Wie lange dauert eine solche Messkampagne?
Die Feldarbeit für eine einzelne aktive Profillinie ist meist an einem Vormittag erledigt. Passive Array-Messungen benötigen je nach Tiefenziel zwei bis vier Stunden. Die eigentliche Arbeit steckt in der Datenprozessierung und der Inversion der Dispersionskurve – bis zum finalen Bericht rechnen Sie mit etwa drei bis fünf Werktagen.
Kann man auch auf beengten innerstädtischen Grundstücken messen?
Ja, das ist einer der großen Vorteile der MASW. Wir arbeiten mit flexiblen Geophonauslagen, die wir auch auf schmalen Baulücken in der Augsburger Innenstadt oder zwischen Bestandsbebauung auslegen können. Die passive Variante braucht etwas mehr Platz für das Array, aber selbst dafür finden wir auf den meisten Grundstücken eine geeignete Freifläche.