← Home · Erkundung

Schürfgrube Augsburg: Direkte Bodenaufschlüsse für präzise Baugrunderkundung

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Ein verbreiteter Fehler in Augsburg ist die Annahme, der Boden unter der Oberfläche sei homogen. Man gräbt auf, findet festen Kies und glaubt, das setze sich nach unten fort. In der Praxis stoßen wir auf dem Hochterrassenfeld immer wieder auf weiche, linsenförmige Schluffeinlagerungen, die im Bohrprofil nicht sichtbar waren. Der direkte Aufschluss mittels einer Schürfgrube räumt solche Zweifel aus. Das Verfahren, nach DIN EN ISO 22475-1 als Sondierbohrung mit gestörter Probenahme klassifiziert, liefert uns eine unverfälschte Ansicht von Schichtgrenzen, Wassereintritten und Sackungsstrukturen in den quartären Kiesen. Für eine ergänzende Tiefenerkundung kombinieren wir die Grube oft mit einer SPT-Bohrung, wenn die Tragfähigkeit in größerer Tiefe nachgewiesen werden muss.

Eine Schürfgrube zeigt den Boden, wie er ist – nicht wie ein Bohrkern ihn interpretiert. Gerade in den heterogenen Lechschottern ist die direkte Ansprache unersetzlich.

Unser Ansatz

Die Lechschotter dominieren den Untergrund Augsburgs. Das sind überwiegend sandig-schluffige Kiese mit wechselnden Steingehalten aus alpinen und voralpinen Gesteinen. Die Lagerungsdichte schwankt stark. In unseren Aufschlüssen sehen wir häufig eine mitteldichte Matrix, die in Tiefen von zwei bis drei Metern in eine sehr dichte Packung übergeht. Eine Schürfgrube erlaubt hier die horizontbezogene Entnahme von gestörten Proben direkt aus dem Schichtverband, ohne dass das Material durch einen Bohrvorgang zermahlen wird. Das ist essenziell für eine korrekte Kornanalyse. Wir dokumentieren zudem den genauen Verlauf der Verwitterungszone und eventuelle organische Beimengungen, die aus verlandeten Altarmen des Lechs stammen können. Die Bandbreite der aufgeschlossenen Böden reicht von rolligen Kiesen mit geringem Feinanteil bis zu weichen Auelehmen in den tiefer gelegenen Stadtteilen.
Schürfgrube Augsburg: Direkte Bodenaufschlüsse für präzise Baugrunderkundung
Technisches Referenzbild — Augsburg

Örtliche Baugrundfaktoren

Wir setzen in Augsburg einen kompakten Minibagger mit Böschungslöffel ein. Die Maschine muss wendig genug sein, um in Hinterhöfen und engen Baulücken zwischen Gründerzeitgebäuden arbeiten zu können. Die größte Gefahr ist die Instabilität der Wandung in rolligen Kiesen oberhalb des Grundwasserspiegels. Ohne ausreichende Böschungsneigung oder einen Verbau kann es zu plötzlichen Nachbrüchen kommen. Wir verbauen die Grube ab 1.25 m Tiefe grundsätzlich mit einem Leichtverbau. Ein weiteres Risiko ist die Freilegung von unvermuteten Leitungen. In einem Stadtgebiet mit der historischen Tiefe Augsburgs sind alte Kanäle und nicht dokumentierte Leitungen keine Seltenheit. Wir ziehen vor jedem Ansatzpunkt aktuelle Spartenpläne und führen eine Leitungssondierung mit Kabelsuchgerät durch. Die Wiederverfüllung erfolgt lagenweise und verdichtet, um spätere Setzungen im Bereich der Baugrube zu verhindern.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.vip

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefebis 4.0 m unter GOK
Grubenabmessung1.20 x 1.20 m (Standard)
Probenahmegestört, horizontbezogen
DokumentationSchichtprofil nach DIN EN ISO 14688
WasserstandErmittlung bei Antreffen
Probenmengeca. 40 kg pro Horizont
Einsatzgrenzebindige Böden oder rollige Böden oberhalb GW

Weitere Fachleistungen

01

Direkter Bodenaufschluss

Herstellung von Schürfgruben bis 4 m Tiefe in Augsburgs Kiesböden. Horizontbezogene Bodenansprache, Schichtprofil und Probenahme für das geotechnische Labor.

02

Bodenansprache vor Ort

Klassifikation der Schotter und Auelehme nach DIN 18196 direkt an der Grube. Bestimmung von Lagerungsdichte, Kornrundung und organoleptischen Merkmalen.

03

Probenvorbereitung & Transport

Fachgerechte Verpackung der gestörten Proben in luftdichte Beutel und Transport in unser Labor für weiterführende Korngrößenanalyse und Bestimmung der Zustandsgrenzen.

Referenznormen

DIN EN ISO 22475-1:2006 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahme), DIN 18196:2011-05 (Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation), DIN EN ISO 14688-1:2018 (Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden)

Fragen und Antworten

Was kostet eine Schürfgrube in Augsburg?

Für eine Schürfgrube mit fachgerechter Dokumentation und Probenahme in Augsburg bewegt sich der Preis zwischen €530 und €670. Die Spanne erklärt sich durch die Zugänglichkeit des Grundstücks und die erforderliche Tiefe. In den engen Gassen der Altstadt ist der Aufwand für die Maschinenlogistik höher als auf einem freien Feldgrundstück in Lechhausen.

Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube im Augsburger Kies geführt werden?

Wir gehen standardmäßig bis 4.0 m unter GOK. Die Grenze setzt meist der Grundwasserspiegel. In den quartären Schottern Augsburgs steht das Wasser je nach Lage zwischen 2.5 m und 5.0 m Tiefe an. Sobald die Grube im Wasser steht, wird die Sohle instabil. Für tiefere Aufschlüsse kombinieren wir die Grube mit einer SPT-Bohrung.

Darf ich eine Schürfgrube selbst zuschütten?

Davon raten wir ab. Eine unsachgemäße Verfüllung ohne Lagenverdichtung führt zu Setzungen. Wenn Sie später eine Bodenplatte oder ein Fundament darauf setzen, entstehen Risse. Wir verfüllen mit dem Aushubmaterial, lagenweise zu maximal 30 cm und verdichtet mit einer Rüttelplatte. So ist der Boden wieder standsicher.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Augsburg und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen