Ein verbreiteter Fehler in Augsburg ist die Annahme, der Boden unter der Oberfläche sei homogen. Man gräbt auf, findet festen Kies und glaubt, das setze sich nach unten fort. In der Praxis stoßen wir auf dem Hochterrassenfeld immer wieder auf weiche, linsenförmige Schluffeinlagerungen, die im Bohrprofil nicht sichtbar waren. Der direkte Aufschluss mittels einer Schürfgrube räumt solche Zweifel aus. Das Verfahren, nach DIN EN ISO 22475-1 als Sondierbohrung mit gestörter Probenahme klassifiziert, liefert uns eine unverfälschte Ansicht von Schichtgrenzen, Wassereintritten und Sackungsstrukturen in den quartären Kiesen. Für eine ergänzende Tiefenerkundung kombinieren wir die Grube oft mit einer SPT-Bohrung, wenn die Tragfähigkeit in größerer Tiefe nachgewiesen werden muss.
Eine Schürfgrube zeigt den Boden, wie er ist – nicht wie ein Bohrkern ihn interpretiert. Gerade in den heterogenen Lechschottern ist die direkte Ansprache unersetzlich.
