Augsburg liegt auf 494 Metern, durchzogen von Lech-Schotterterrassen und feinkörnigen Auesedimenten. Für Bauvorhaben im Stadtgebiet, etwa in Oberhausen oder entlang der Wertach, ist die genaue Kenntnis der Schichtgrenzen entscheidend. Wir setzen die Vertikale Elektrische Sondierung (VES) gezielt ein, um den spezifischen Widerstand des Untergrunds zu messen. Sandige Kiese, tonige Linsen oder wasserführende Horizonte – jede Schicht hat ihre eigene elektrische Signatur. Die Methode arbeitet zerstörungsfrei und liefert innerhalb kurzer Zeit ein klares Tiefenprofil. Ergänzend zur Korngrößenanalyse lassen sich so Baugrundmodelle erstellen, die Planungssicherheit geben, bevor der erste Bagger rollt. Wir kennen die hydrogeologischen Besonderheiten des Lechtals und wissen, wo mit schwebenden Grundwasserstockwerken zu rechnen ist.
Mit einem Widerstandsprofil erkennen wir grundwasserführende Kiese in 12 Meter Tiefe, bevor eine Bohrung angesetzt wird.
Unser Ansatz
Das Messsystem besteht aus einem leistungsstarken Geoelektrik-Instrument, vier Edelstahlelektroden und einer robusten Kabeltrommel mit 300 Metern Messleitung. Wir verwenden die Schlumberger-Konfiguration: Die äußeren Stromelektroden werden schrittweise auseinandergezogen, während die inneren Potenzialelektroden fixiert bleiben. Mit jeder Auslage vergrößert sich die Eindringtiefe. In Augsburgs dicht bebautem Zentrum, wo schwere Bohrgeräte keinen Platz finden, ist das ein entscheidender Vorteil. Eine Messung erreicht je nach Untergrundwiderstand Tiefen von 30 bis 80 Metern. Die Datenaufzeichnung erfolgt digital mit automatischer Stapelung, sodass auch bei elektrischem Rauschen durch Straßenbahn-Oberleitungen verwertbare Kurven entstehen. Das Ergebnis ist eine scheinbare Widerstandskurve, die wir per Inversionssoftware in ein echtes Schichtmodell umrechnen.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die DIN 4020 fordert für geotechnische Erkundungen direkte und indirekte Aufschlüsse. In Augsburg besteht das spezifische Risiko in unerkannten Rinnenstrukturen des Lechs, die mit lockerem, wassergesättigtem Material gefüllt sind. Ein reines Bohrprogramm kann diese lateralen Wechsel übersehen, weil der Abstand zwischen den Bohrpunkten zu groß gewählt wurde. Die elektrische Widerstandsmessung schließt diese Lücke: Sie misst kontinuierlich entlang einer Achse und zeigt an, wo plötzlich niedrigohmige Zonen auftauchen – typisch für tonige Verfüllungen oder gespanntes Grundwasser. Wer hier auf eine VES verzichtet, riskiert Fehleinschätzungen der Baugrubensicherheit und unerwartete Wasserzutritte. Die Kombination aus Sondierung und punktueller Kalibrierung durch eine Bohrung liefert das belastbarste Modell.
Fragen und Antworten
Was kostet eine VES-Messung in Augsburg?
Eine Einzelmessung mit Schlumberger-Konfiguration und vollständiger Inversionsauswertung liegt zwischen €520 und €880, abhängig von der erforderlichen Auslagelänge und der Anzahl der Sondierungspunkte. Messkampagnen ab fünf Punkten rechnen wir zu einem reduzierten Staffelpreis ab.
Welche Tiefe erreicht die Elektrische Widerstandsmessung?
Mit der maximalen Auslage von 300 Metern dringen wir im Augsburger Schotter in Tiefen zwischen 60 und 80 Metern vor. Die exakte Reichweite hängt vom Widerstandskontrast der Schichten ab – je markanter der Unterschied zwischen Kies und Ton, desto tiefer die Auflösung.
Kann man eine VES auch auf asphaltierten Flächen durchführen?
Auf Asphalt ist die Kontaktierung schwierig, aber nicht unmöglich. Wir setzen dann spezielle Elektroden mit Wasservorlage oder leitfähige Gele ein, um den Übergangswiderstand zu senken. Besser geeignet sind jedoch unbefestigte Flächen oder Pflaster mit offenen Fugen.
Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?
Die Feldmessung selbst dauert pro Sondierungspunkt etwa 45 Minuten. Nach Abschluss der Messkampagne erhalten Sie das ausgewertete Schichtmodell mit Tiefenangabe und spezifischem Widerstand innerhalb von drei Arbeitstagen.