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Injektionsbemessung in Augsburg: Untergrund sicher verdichten

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Zwischen dem historischen Lechviertel und den Industriehallen im Norden Augsburgs liegen geotechnisch Welten. Auf der einen Seite die jungen, locker gelagerten Lechschotter der Niederterrasse, auf der anderen die feinkörnigen, setzungsempfindlichen Auelehme entlang der Wertach. Wer hier eine Baugrube sichert oder ein altes Mauerwerk unterfangen will, braucht eine Injektionsbemessung, die diese lokalen Kontraste ernst nimmt. In unserer Erfahrung entscheidet schon die Wahl des Injektionsmittels – Feinstzement oder Weichgel – darüber, ob der Porenraum in den Kiesen homogen gefüllt wird oder das Material unkontrolliert abwandert. Ergänzend zur Baugrunderkundung mit Schürfgruben lassen sich die tatsächlichen Korngrößenverteilungen im Bereich der geplanten Injektion bestimmen und die Rezeptur exakt darauf abstimmen.

Eine Injektion ohne Bemessung ist wie ein Rezept ohne Mengenangabe – das Resultat ist Zufall, nicht Ingenieurleistung.

Unser Ansatz

Ein klassischer Fehler, den wir bei Sanierungen in der Jakobervorstadt immer wieder sehen: Es wird ein universelles Zementsuspensions-Rezept angesetzt, ohne die Durchlässigkeit des anstehenden Auelehms zu prüfen. Das Ergebnis ist oft ein verpresster Kubikmeter Zement, der kaum fünfzig Zentimeter um das Bohrloch herum eindringt und die eigentlichen Hohlräume im Mauerwerk nicht erreicht. Eine saubere Injektionsbemessung beginnt deshalb mit der rheologischen Charakterisierung des Injektionsguts – Marsh-Zeit, Absetzmaß, scheinbare Viskosität – und stellt diese Parameter dem Porengefüge des Bodens gegenüber. Bei stark durchlässigen Schottern im Siebentischwald kombinieren wir die Injektion mit einer Rüttelverdichtung, um zunächst das Korngefüge zu stabilisieren und den Zementverbrauch zu senken.
Injektionsbemessung in Augsburg: Untergrund sicher verdichten
Technisches Referenzbild — Augsburg

Örtliche Baugrundfaktoren

Das Augsburger Klima mit seinen 800 mm Jahresniederschlag und dem drastischen Lech-Hochwasser im Frühjahr setzt dem injizierten Untergrund über die Jahre massiv zu. Ein permanenter Grundwasserstau im Quartär-Aquifer, wie wir ihn im Univiertel regelmäßig antreffen, kann eine auf Dichtigkeit bemessene Zementinjektion auslaugen, wenn die Rezeptur nicht auf Sulfatwiderstand ausgelegt ist. Noch kritischer wird es beim Kontrast zwischen trockenen Sommern und nassen Wintern: Der quellfähige Tonanteil in den tertiären Molasseschichten unter der Stadt arbeitet, öffnet Risse, und eine zu spröde, nicht duktile Injektion reißt einfach mit auf. Deshalb dimensionieren wir Injizierkörper so, dass sie die Volumenänderungen des umgebenden Bodens über plastische Verformung aufnehmen können.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Injektionsmittel (Boden)Feinstzement, Mikrozement, Weichgel, Acrylatgel
Injektionsmittel (Mauerwerk)Trasskalk, NHL-gebundene Suspension, kunststoffmodifizierter Zement
W/Z-Wert (Suspension)0,4 – 2,0 (je nach Eindringvermögen)
Marsh-Zeit (Auslaufviskosität)30–60 s (Standardkonus, 1.000 ml)
Zieldurchlässigkeit nach Injektionk ≤ 1×10⁻⁶ m/s
Maximaler Injektionsdruck (Boden)≤ 0,1 MPa je Meter Überdeckung (Frac-Kriterium)
Bohrlochabstand (Schleierinjektion)0,50 – 1,20 m (gestaffeltes Raster)

Weitere Fachleistungen

01

Sohl- und Schleierinjektion

Für Baugruben in den durchlässigen Lechschottern. Wir legen Injektionsraster, Druckstufen und Rezeptur so aus, dass ein geschlossener Dichtkörper mit kf ≤ 1×10⁻⁶ m/s entsteht.

02

Mauerwerksinjektion

Verpressen von Hohlräumen und Rissen in historischem Ziegel- oder Bruchsteinmauerwerk mit kalkbasierten Suspensionen, die diffusionsoffen bleiben und die Bausubstanz nicht versiegeln.

03

Bodenvermörtelung (Soil Mixing)

Kombination aus mechanischer Durchmischung und Injektion zur Herstellung von Dichtwänden und Gründungskörpern unter beengten Platzverhältnissen im Stadtgebiet.

Referenznormen

DIN EN 12715:2020 – Ausführung von Injektionsarbeiten, DIN 4093:2015 – Bemessung von Injektionssohlen, ZTV-ING Teil 3, Abschnitt 5 – Injektionen im Verkehrswegebau, EAU 2012 – Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen, Kapitel Injektionen

Fragen und Antworten

Was kostet eine Injektionsbemessung in Augsburg?

Die Kosten für unsere Bemessungsleistung liegen je nach Umfang der Voruntersuchungen zwischen €1.210 und €3.280. Ein einfaches Rezept für eine Baugrubensohle mit vorhandenen Bodenkennwerten ist günstiger, während eine vollständige rheologische Prüfung mit Eignungsversuchen für denkmalgeschützte Mauerwerksinjektionen den oberen Bereich beansprucht.

Welches Injektionsmittel eignet sich für Augsburgs Schotterböden?

Für die sauberen, enggestuften Lechschotter mit hohem Porenvolumen setzen wir meist Mikrozemente mit einem d90 unter 20 µm ein. Bei Feinanteilen im Boden wechseln wir auf Weichgele, die eine bessere Penetration erreichen, ohne das Korngerüst zu zerstören.

Ab wann ist eine Frac-Berechnung erforderlich?

Eine hydraulische Frakturierung des Bodens muss rechnerisch ausgeschlossen werden, sobald der Injektionsdruck 0,1 MPa pro Meter Überdeckung überschreitet. In Augsburg mit seinen geringmächtigen quartären Deckschichten ist das oft schon ab drei Metern Tiefe relevant.

Kontrollieren Sie auch die ausgeführte Injektion?

Ja, die Qualitätssicherung ist Teil unserer Bemessung. Wir definieren Abnahmekriterien wie Bohrlochwasser-Abpressversuche (WD-Test) oder Kontrollbohrungen mit Endoskopie, um den tatsächlichen Verfüllgrad zu dokumentieren.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Augsburg und seinem Großraum.

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