Augsburg liegt auf einer Höhe von 494 Metern, umgeben von quartären Schotterterrassen des Lechs und feinkörnigen Auenböden – eine Mischung, die den Straßenbau hier zu einer echten Materialfrage macht. Wer im Stadtgebiet oder im Güterverkehrszentrum Augsburg eine Verkehrsfläche plant, muss die Tragfähigkeit des Untergrunds präzise kennen. Die CBR-Studie für den Straßenentwurf liefert genau diesen Kennwert: den California Bearing Ratio, der im Erdbau und Oberbau über wirtschaftliche Schichtdicken entscheidet. Wir führen den Versuch nach DIN EN 13286-47 im akkreditierten Labor durch und korrelieren die Ergebnisse mit den örtlichen Bodengruppen. In Kombination mit einer Proctor-Untersuchung lässt sich das Verdichtungspotenzial von Auelehm oder Terrassenschotter bestimmen, bevor der erste Bagger anrückt. Für tieferliegende Tragschichten empfehlen wir ergänzend die Rüttelverdichtung als effektive Untergrundverbesserung bei rolligen Böden.
Ein CBR-Wert von 3 % am Auelehm bedeutet den dreifachen Oberbau im Vergleich zum Lechschotter mit 30 % – das sind schnell 40 Zentimeter Mehraushub auf einem Kilometer Straße.
Lokale Besonderheiten
Ein Fehler, den wir bei Ausschreibungen im Raum Augsburg immer wieder sehen: Der CBR-Wert wird pauschal aus Erfahrungstabellen abgeleitet, statt den tatsächlichen Untergrund zu untersuchen. Gerade die Auenlehme entlang der Wertach haben eine völlig andere Tragfähigkeit als der verdichtete Schotter im Hochfeld. Wird der Oberbau dann mit falschen Kennwerten dimensioniert, treten innerhalb weniger Frost-Tau-Wechsel Spurrillen und Setzungen auf – die Sanierung kostet ein Vielfaches der ursprünglichen CBR-Studie. Auch die Vernachlässigung der Wassersättigung beim Laborversuch verfälscht das Ergebnis drastisch; ein trocken geprüfter Wert kann eine doppelt so hohe Tragfähigkeit vortäuschen wie der gesättigte Zustand, der im Frühjahr unter Verkehrslast tatsächlich relevant ist. Die DIN EN 13286-47 schreibt den gesättigten Versuch für bindige Böden zwingend vor – ein Detail, das im Baustellenalltag oft untergeht, aber über die Lebensdauer der Straße entscheidet.
Häufige Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für den Straßenentwurf in Augsburg?
Für eine einzelne CBR-Prüfung nach DIN EN 13286-47 inklusive Proctorversuch und Probenvorbereitung liegen die Kosten zwischen €150 und €310, abhängig von der Probenanzahl und ob eine Korngrößenanalyse ergänzend erforderlich ist. Bei größeren Bauvorhaben mit systematischem Prüfprogramm erstellen wir gern ein Pauschalangebot.
Warum ist der CBR-Wert für die Dimensionierung nach RStO so wichtig?
Die RStO 12 teilt den Untergrund anhand des CBR-Wertes in Tragfähigkeitsklassen ein. Ein niedriger CBR-Wert erfordert dickere Tragschichten oder eine Bodenverbesserung, um die geforderte Steifigkeit am Planum zu erreichen. Ohne belastbaren CBR-Wert ist jede Dimensionierung eine Annahme, die im Schadensfall teuer wird.
Welche Bodengruppen in Augsburg sind für den CBR-Wert problematisch?
Im Augsburger Stadtgebiet sind vor allem die Auenlehme und Niederterrassensedimente entlang von Lech und Wertach kritisch. Diese bindigen, teils organischen Böden erreichen im gesättigten Zustand CBR-Werte unter 5 % und gelten zudem häufig als frostempfindlich der Klasse F3 – beides erfordert einen verstärkten Oberbau oder Bodenaustausch.
Wie viele CBR-Proben brauche ich für mein Bauvorhaben?
Die ZTV E-StB 17 empfiehlt bei homogenem Untergrund mindestens eine CBR-Prüfung je angefangene 3.000 m² Planumsfläche. Bei wechselnden Bodengruppen – wie sie in Augsburg am Übergang von der Niederterrasse zur Aue typisch sind – sind engere Prüfabstände sinnvoll, um die Variabilität der Tragfähigkeit zuverlässig zu erfassen.
Kann ich den CBR-Wert auch am gewachsenen Boden bestimmen lassen?
Ja, das ist sogar der Regelfall. Die Proben werden direkt aus dem Planum oder dem anstehenden Untergrund entnommen und im Labor unter den Bedingungen eingebaut, die später auch auf der Baustelle herrschen – inklusive der geforderten Verdichtung und Wassersättigung.