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Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Augsburg

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Das Augsburger Stadtgebiet liegt auf quartären Schotterterrassen des Lechs, die lokal von postglazialen Deckschichten überlagert werden. Die Mächtigkeit dieser Kiese und Sande erreicht im Stadtwald und im Univiertel stellenweise über 15 Meter, bevor darunter tertiäre Feinsande und Schluffe der Oberen Süßwassermolasse anstehen. Für die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Augsburg bedeutet das: Der Baugrund ist ab etwa 3 bis 5 Metern Tiefe rollig und grundwasserführend. Ohne eine schichtgenaue Erkundung – etwa durch sondierende Bohrungen in Kombination mit einer Drucksondierung – lässt sich die Verbauart nicht wirtschaftlich und standsicher dimensionieren. Wir berechnen Baugrubenwände, Aussteifungen und Verankerungen auf Basis dieser heterogenen Schichtfolge, nicht nach Lehrbuchprofil.

Die Bemessung einer tiefen Baugrube im Lech-Schotter steht und fällt mit der Wasserdruckannahme auf die Verbauwand.

Methodik und Umfang

Ein klassischer Fehler in Augsburg ist die Annahme, der Lech-Schotter sei durchgehend dicht gelagert. In Senken und ehemaligen Flutrinnen finden sich jedoch locker gelagerte Kieslinsen mit geringem Spitzenwiderstand, die beim Aushub zu lokalen Nachbrüchen führen. Unsere Bemessung tiefer Baugruben berücksichtigt diese Inhomogenitäten. Wir arbeiten mit wirklichkeitsnahen Steifemodulen aus Pressiometerversuchen und legen für rückverankerte Wände den aktiven Erddruck nach DIN 4085:2017 zugrunde. Bei innerstädtischen Projekten – etwa am Königsplatz oder entlang der Maximilianstraße – ist der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit verformungsarm zu führen. Wir koppeln die Bemessung deshalb eng mit einer geotechnischen Verformungsprognose, um Setzungen an der angrenzenden Bebauung auszuschließen.
Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Augsburg
Technisches Referenzbild — Augsburg

Lokale Besonderheiten

Die Hochwasserdynamik des Lechs prägt die Grundwassersituation Augsburgs. Der Grundwasserflurabstand schwankt jahreszeitlich stark, von weniger als 2 Metern im Frühjahr bis über 6 Meter im Spätsommer. Eine tiefe Baugrube in den Lechauen oder im Textilviertel muss für den Bemessungswasserstand ausgelegt werden, sonst droht hydraulischer Grundbruch. Das ist kein theoretisches Szenario. Wir berechnen die Auftriebssicherheit der Sohle bei gespanntem Grundwasser im Tertiär und dimensionieren die Wasserhaltung nach dem maximalen Zufluss aus dem Porengrundwasserleiter. In Kombination mit einem geotechnischen Aushub-Monitoring sichern wir die Bauphase ab und verhindern, dass ein plötzlicher Wasserzutritt die Baugrubensohle aufreißt.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormEC 7-1 (EN 1997-1:2004) + DIN 1054:2010-12
ErddruckansatzDIN 4085:2017
TeilsicherheitsbeiwerteGEO-2 / GEO-3 nach DIN 1054
BerechnungsmethodeBettungsmodulverfahren, Finiten-Elemente-Methode
BauteilnachweiseDIN EN 1992-1-1 (Stahlbeton), DIN EN 1993-5 (Spundwände)
Wasserdruckmodellstationär / instationär
Baugrubenklassetief (> 5 m)

Zugehörige Fachleistungen

01

Statische Berechnung des Baugrubenverbaus

Wir bemessen Trägerbohlwände, Spundwände und Bohrpfahlwände für Baugrubentiefen bis über 12 m. Die Berechnung umfasst alle Grenzzustände der Tragfähigkeit (GEO-2, GEO-3, UPL, HYD) sowie die Gebrauchstauglichkeit unter Ansatz realer Steifigkeiten des Augsburger Baugrunds.

02

Dimensionierung der Baugrubensohle und Wasserhaltung

Nachweis gegen Aufschwimmen und hydraulischen Grundbruch bei gespannten Grundwasserverhältnissen im Tertiär. Wir legen die Absenktiefe, die Brunnenanordnung und die erforderliche Restwasserhaltung fest, abgestimmt auf die Durchlässigkeitsbeiwerte der quartären Kiese.

Geltende Normen

DIN 1054:2010-12 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN 4085:2017 – Baugrund – Berechnung des Erddrucks, Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DGGT Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugruben“ (EAB)

Häufige Fragen

Muss in Augsburg immer eine Grundwasserabsenkung eingeplant werden?

Bei Baugruben, die tiefer als 3 Meter unter Gelände reichen, ist in weiten Teilen des Stadtgebiets mit Grundwasser zu rechnen. Ob eine Absenkung nötig wird, klärt ein Pumpversuch im Vorfeld. Wir legen die Wasserhaltung so aus, dass die Sohle trocken bleibt und der Verbau nicht durch Strömungskräfte destabilisiert wird.

Welche Verbauart ist im Augsburger Lech-Schotter am wirtschaftlichsten?

Das hängt von der Tiefe und dem Platzangebot ab. Bis etwa 6 Meter Tiefe ist eine Trägerbohlwand oft die wirtschaftlichste Lösung. Bei größeren Tiefen oder beengten Verhältnissen rechnen wir Spundwände oder überschnittene Bohrpfahlwände. Wir vergleichen die Varianten nach Herstellkosten und Bauzeit.

Wie werden Setzungen an der Nachbarbebauung begrenzt?

Durch eine verformungsarme Bemessung. Wir erhöhen die Steifigkeit des Verbaus, setzen die Aussteifungslagen tiefer an oder wählen eine Rückverankerung mit Vorspannung. Zusätzlich empfehlen wir ein begleitendes Setzungsmonitoring an den angrenzenden Gebäuden, um Abweichungen sofort zu erkennen.

Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer tiefen Baugrube rechnen?

Die Kosten für die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube in Augsburg liegen je nach Komplexität und Baugrubentiefe zwischen €1.980 und €8.130. Der Preis umfasst die statische Berechnung des Verbaus, die Standsicherheitsnachweise und die Dimensionierung der Wasserhaltung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Augsburg und seinem Großraum.

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