Bei einer Baugrubenverfüllung für ein Mehrfamilienhaus nahe der Wertachauen zeigte sich kürzlich ein typisches Augsburger Problem: rollige Quartärkiese, vermischt mit feinkörnigen Auelehmen, die eine gleichmäßige Verdichtung erschweren. Der Bauleiter stand vor der Frage, ob der lagenweise eingebaute und abgerüttelte Boden tatsächlich die geforderten 100 % Proctordichte erreicht hatte. Genau hier setzt die Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren an – sie liefert den direkten Nachweis über den erreichten Verdichtungsgrad in situ. In Augsburg, wo die geologischen Verhältnisse zwischen Hochterrassenschottern und feinsandigen Deckschichten auf engstem Raum wechseln, ist diese Kontrolle unverzichtbar für die Qualitätssicherung im Erd- und Straßenbau.
Ein Messwert vom Sandkegel ist mehr als eine Zahl – er ist der juristisch belastbare Beweis, dass eine Tragschicht den berechneten Lasten standhalten wird.
Methodik und Umfang
Die Niederterrassenschotter, die weite Teile des Augsburger Stadtgebiets und des Lechtals prägen, sind zwar grundsätzlich gut verdichtbar, neigen jedoch in Bereichen mit geringem Feinkornanteil zu Kornumlagerungen während der Prüfung. Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 hat sich hier seit Jahrzehnten bewährt, weil es im Gegensatz zu anderen Methoden das tatsächliche Volumen der entnommenen Probe direkt über die Befüllung der Prüfgrube mit einem kalibrierten Prüfsand bestimmt. Der Arbeitsablauf ist solid und transparent: Eine zylindrische Grube wird ausgehoben, das entnommene Material gewogen und das Grubenvolumen durch Einrieseln des Prüfsands exakt ermittelt. Die so gewonnene Feuchtdichte wird im Labor auf den Proctor-Bezugswert rückgerechnet. Unsere Prüfteams setzen ausschließlich kalibrierten Normsand ein und dokumentieren jede Messung lückenlos, um die Anforderungen der ZTV E-StB 17 an den Verdichtungsnachweis zu erfüllen.
Lokale Besonderheiten
In der Praxis sehen wir im Raum Augsburg immer wieder, dass bei Verfüllungen hinter Widerlagern oder in beengten Leitungsgräben die Verdichtung nicht mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt wird – die Sandkegelprüfung zeigt dann Dichtewerte von teils unter 95 % der einfachen Proctordichte, was später zu unerwarteten Setzungen führt. Ein besonderes Risiko in der Region stellen die lokal eingelagerten, kaum tragfähigen Altwasserablagerungen dar, die bei unzureichendem Bodenaustausch unter verdichteten Schichten konsolidieren. Wird der Verdichtungsnachweis nur über dynamische Plattendruckversuche geführt, ohne die Dichte stichprobenartig mit dem Sandkegel zu kalibrieren, können systematische Fehler unentdeckt bleiben. Die Kombination aus visueller Beurteilung des Aushubmaterials und dem direkten Dichtewert schützt vor kostspieligen Mängelrügen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegel in Augsburg?
Für eine einzelne Prüfung inklusive Anfahrt im Stadtgebiet Augsburg liegen die Kosten üblicherweise zwischen €90 und €120. Bei mehreren Prüfungen am gleichen Tag oder einem beauftragten Prüfprogramm reduzieren sich die Stückkosten entsprechend.
Ab welchem Größtkorn ist das Sandkegelverfahren nicht mehr anwendbar?
Das konventionelle Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 ist für Böden mit einem Größtkorn bis 63 mm geeignet. Bei gröberen Fraktionen, wie sie in manchen Augsburger Schottergruben vorkommen, muss das Prüfvolumen durch eine größere Grube und mehr Prüfsand angepasst oder auf ein Wassersatzverfahren ausgewichen werden.
Wie viele Prüfungen sind pro Baufeld in Augsburg erforderlich?
Die Prüfdichte richtet sich nach den technischen Vertragsbedingungen, meist nach ZTV E-StB. Als Faustregel gilt eine Prüfung je 50 m³ eingebauten Materials oder alle drei Lagen. In Augsburg empfehlen wir bei heterogenen Aushubböden eine engmaschigere Kontrolle, um lokale Schwachstellen sicher zu identifizieren.
Kann die Prüfung auch bei Regen durchgeführt werden?
Leichter Regen beeinträchtigt das Sandkegelverfahren kaum. Bei starkem Niederschlag, wie er im Alpenvorland um Augsburg häufig auftritt, sollte die Prüfung jedoch verschoben werden, da eindringendes Wasser den Prüfsand verklumpen lässt und das Messergebnis verfälscht. Wir schützen die Prüfstelle standardmäßig mit einem Schirm ab.