Wenn der Tiefenrüttler mit seiner charakteristischen Vibrationslanze in den Augsburger Untergrund eindringt, geht es um mehr als bloße Verdichtung – es geht um die kontrollierte Umgestaltung eines heterogenen Kies-Sand-Gemischs in einen homogenen Baugrund. In Augsburg prägen die quartären Schotterterrassen des Lechs und die postglazialen Flussablagerungen den Untergrund. Diese Böden sind auf den ersten Blick tragfähig, doch ihr variabler Feinkornanteil und die oft unregelmäßige Lagerungsdichte erfordern eine präzise Bemessung des Verdichtungsverfahrens. Die Herausforderung liegt darin, Rasterabstand, Lanzenfrequenz und Nachverdichtungszeit so festzulegen, dass über die gesamte Tiefe eine gleichmäßige Lagerungsdichte Dpr ≥ 0,85 erreicht wird – ohne die angrenzende Bebauung, etwa im Domviertel oder entlang der Maximilianstraße, durch unzulässige Schwingungen zu beeinträchtigen. Unsere Bemessung kombiniert dabei die Vorgaben der DIN 4094-2 für die Baugrundverbesserung mit den spezifischen Schwingungsprognosen nach DIN 4150-3, um ein wirtschaftlich und technisch optimales Rüttelraster zu definieren.
Die Kunst der Rütteldruckbemessung in Augsburg liegt darin, den optimalen Punkt zwischen Verdichtungsenergie und Schwingungsemission zu finden – ohne Kompromisse bei der Tragfähigkeit.
Lokale Besonderheiten
Die Geologie Augsburgs ist geprägt von den mächtigen Schotterkörpern der Lech-Wertach-Ebene, die auf obermiozänen Sedimenten der Oberen Süßwassermolasse lagern. Diese quartären Kiese erreichen Mächtigkeiten von über 20 Metern und sind hydrogeologisch hoch aktiv – der Grundwasserspiegel liegt in Flussnähe oft nur 2 bis 4 Meter unter Gelände. Eine unzureichend bemessene Rütteldruckverdichtung in diesen gesättigten, grobkörnigen Böden birgt das Risiko einer hydraulischen Entmischung: Statt einer Verdichtung tritt eine Auflockerung ein, weil das Porenwasser die Korn-zu-Korn-Spannung reduziert. Besonders kritisch ist dies im Augsburger Textilviertel und in den Hafnerwiesen, wo in den letzten Jahrzehnten großflächig aufgeschüttet wurde. Die Anwendung der Verdichtungskriterien nach Massarsch (1994) und die Kontrolle über die eingetragene Energie pro Tiefeneinheit sind hier unverzichtbar, um Tragfähigkeitsverluste und ungleichmäßige Setzungen zu verhindern.
Geltende Normen
DIN EN 14731 – Ausführung von Tiefenrüttelverfahren, DIN 4094-2 – Baugrund, Felduntersuchungen: Tiefenrüttelverfahren, DIN EN ISO 22476 – Geotechnische Erkundung: Sondierungen (DPH, CPT), DIN 4150-3 – Erschütterungen im Bauwesen: Einwirkungen auf bauliche Anlagen, ZTV E-StB 17 – Zus. Technische Vertragsbedingungen Erdbau
Häufige Fragen
Was kostet die Bemessung und Ausführung einer Rütteldruckverdichtung in Augsburg?
Die Kosten für die Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Augsburg liegen typischerweise zwischen €1.160 und €5.010, abhängig vom Umfang der erforderlichen Voruntersuchungen, der Größe des Baufelds und der Anzahl der Probeverdichtungspunkte. Dieser Betrag beinhaltet die geotechnische Beratung, die Erstellung des Verdichtungsplans und die Auswertung der Qualitätssicherungsversuche. Die reinen Ausführungskosten des Spezialtiefbauers sind hier nicht enthalten.
Welche Böden in Augsburg eignen sich für die Rütteldruckverdichtung?
Die anstehenden quartären Kiese und Sande der Lechterrassen sind grundsätzlich gut für die Tiefenrüttlung geeignet. Entscheidend ist der Feinkornanteil: Liegt der Schluff- und Tonanteil unter 10 bis 12 Prozent, ist eine reine Rütteldruckverdichtung ohne Zugabematerial möglich. Bei höheren Feinkornanteilen, wie sie in den Hochterrassenresten oder in Lößlehmüberdeckungen vorkommen, muss auf eine Rüttelstopfverdichtung ausgewichen werden. Unsere Bemessung klärt dies im Vorfeld über Siebanalysen ab.
Wie wird der Erfolg der Rütteldruckverdichtung in Augsburg nachgewiesen?
Der Nachweis erfolgt standardmäßig durch den Vergleich von Rammsondierungen (DPH) oder Drucksondierungen (CPT) vor und nach der Verdichtung. In Augsburg hat sich die Kombination aus DPH und dynamischem Plattendruckversuch bewährt, da die grobkörnigen Lechschotter mit der schweren Rammsonde gut aufgeschlossen werden können. Die erreichte Lagerungsdichte Dpr muss über die gesamte Verdichtungstiefe den Bemessungswert erreichen. Zusätzlich dokumentieren wir die eingetragene Rüttelenergie lückenlos über die Maschinendaten.