Die quartären Talfüllungen des Lechs prägen den Baugrund im Großraum Augsburg. In weiten Teilen des Stadtgebiets, insbesondere südlich der Innenstadt und entlang der Wertach, stehen unter gering tragfähigen Auelehmen bereits ab 2 bis 3 Metern Tiefe rollige Kiese an. Der mittlere Grundwasserflurabstand liegt innerstädtisch bei nur 1,5 bis 2,5 Metern, was bei Bauvorhaben regelmäßig Auftriebs- und Setzungsprobleme aufwirft. Wo eine klassische Tiefgründung mit Pfählen wirtschaftlich oder aus Platzgründen ausscheidet, bietet sich die Baugrundverbesserung mittels Schottersäulen an. Das Verfahren eignet sich besonders für die heterogenen, teils organischen Deckschichten, die im Augsburger Stadtwald und entlang der Altarme des Lechs kartiert sind. Die Bemessung von Schottersäulen erfordert dabei eine enge Abstimmung zwischen Baugrunderkundung, Lastplattendruckversuchen und der numerischen Modellierung des Säulen-Boden-Systems unter Berücksichtigung der lokalen Hydrogeologie.
Die Interaktion zwischen Schottersäule und weichem Lehm verlangt eine präzise Abschätzung des Seitendrucks – hier entscheidet die Erfahrung mit Augsburger Bodentypen.
Häufige Fragen
Welche Kosten sind für die Bemessung von Schottersäulen in Augsburg anzusetzen?
Die Honorarkosten für eine vollständige geotechnische Bemessung von Schottersäulen liegen je nach Projektgröße und erforderlichem Erkundungsumfang zwischen 1.250 € und 4.130 €. Dieser Rahmen deckt die Baugrunderkundung, die Ableitung der Bodenkennwerte und die rechnerischen Nachweise nach EC 7 ab.
Wie wird die Wirksamkeit der Schottersäulen in weichen Augsburger Auelehmen nachgewiesen?
Die Wirksamkeit wird durch einen Vorher-Nachher-Vergleich der Sondierergebnisse belegt. Vor der Herstellung erfolgen Drucksondierungen (CPT) und Rammsondierungen, nach dem Einbau werden Lastplattendruckversuche auf der Säule und im Zwischenfeld gefahren. Das Verhältnis der Setzungsbeträge liefert den Verbesserungsfaktor n als zentralen Kennwert der Qualitätskontrolle.
Müssen die Schottersäulen im Grundwasser der Lechebene besonders entwässert werden?
Nein, eine Entwässerung ist in der Regel nicht erforderlich. Das Rüttelstopfverfahren arbeitet im Trockenen oder unter Wasser, und die Säulen selbst wirken als Dränelemente, die Porenwasserüberdrücke abbauen. Entscheidend ist die filterstabile Kornabstufung des Schotters, um Feinteilausspülungen bei wechselnden Grundwasserständen zu verhindern.