Die Baugrunduntersuchung mittels SPT (Standard Penetration Test) ist in Augsburg durch die heterogene Geologie des Lechtals zwingend erforderlich. Die DIN EN ISO 22476-3 in Verbindung mit DIN 4020 schreibt vor, dass für jede Gründung auf den quartären Schottern und den darunterliegenden tertiären Feinsanden der Westheimer Scholle belastbare Kennwerte vorliegen müssen. Das Team führt die Rammsondierung mit einem automatischen Fallhammer nach EN 1997-2 durch und erfasst die Schlagzahlen N₃₀ lagenweise. Gerade auf den Hochterrassenschottern im Stadtgebiet, die eine hohe Durchlässigkeit aufweisen, liefert der SPT im Gegensatz zu reinen Drucksonden zuverlässige Proben für die visuelle Ansprache und die anschließende Laboranalyse wie die Korngrößenanalyse zur Bestimmung des Ungleichförmigkeitsgrades. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Festlegung der zulässigen Bodenpressung nach EC 7-1, Abschnitt 6.
Der SPT liefert in den heterogenen Augsburger Quartärböden eine direkte Korrelation zwischen Schlagzahl und Lagerungsdichte – unverzichtbar für die Setzungsprognose nach EC 7.
Häufige Fragen
Was kostet eine SPT-Bohrung in Augsburg inklusive Auswertung?
Eine SPT-Bohrung mit 10 Metern Tiefe, gestörter Probenahme und Auswertung der Schlagzahlen liegt bei 510 € bis 600 €. Der Preis variiert mit der Tiefe, der Anzahl der Sondierpunkte und dem Aufwand für die Baustelleneinrichtung im innerstädtischen Bereich.
Wie viele SPT-Punkte sind für ein Einfamilienhaus in Augsburg erforderlich?
Nach DIN 4020 sind für ein Einfamilienhaus auf den Augsburger Hochterrassen mindestens 3 direkte Aufschlüsse vorgeschrieben. Davon sollten mindestens 2 als Rammkernbohrung mit SPT ausgeführt werden, um die Tragfähigkeit der quartären Kiese zuverlässig zu bestimmen. Der dritte Aufschluss kann eine schwere Rammsondierung (DPH) sein.
Welche Bodenklassen nach DIN 18300 treten in Augsburg typischerweise auf?
In Augsburg dominieren die Bodenklassen 3 und 4 (leicht bis mittelschwer lösbare Böden) für die Auenlehme und Decklehme. Die Hochterrassenschotter fallen in Klasse 5 (schwer lösbarer Boden), die tertiären Feinsande mit hohem Schluffanteil in Klasse 2. Die SPT-Schlagzahlen korrelieren direkt mit der Lösbarkeit und werden im Gutachten für die Kalkulation der Erdarbeiten angegeben.
Wie schnell liegen die Ergebnisse nach der SPT-Durchführung vor?
Das Feldprotokoll mit den Schlagzahlen N₁₀, N₂₀ und N₃₀ liegt sofort nach der Bohrung vor. Der vollständige Geotechnische Bericht mit Korrelation zu Reibungswinkel, Steifemodul und Gründungsempfehlung wird innerhalb von 3 Werktagen übergeben. Bei dringenden Projekten ist eine 24-Stunden-Expressauswertung der SPT-Daten möglich.