Die Geologie Augsburgs ist ein Erbe der letzten Eiszeiten. Auf den mächtigen, hochdurchlässigen Schotterterrassen des Lechtals, die sich südlich der Innenstadt bis zu 15 Meter auftürmen, täuscht die Oberfläche oft über die wahre Komplexität des Untergrunds hinweg. Die seismische Tomographie schafft hier Klarheit, wo klassische Bohrungen an ihre Grenzen stoßen. Ein unerwarteter Grundwasserstauer inmitten des Quartärkieses oder eine verborgene Rinne mit organischen Sedimenten können die Planung eines Fundaments grundlegend verändern. Mit der Kombination aus Refraktions- und Reflexionsseismik zeichnen wir ein lückenloses Bild des Untergrunds und identifizieren kritische Schichtgrenzen, lange bevor der erste Bagger anrollt. Gerade in den dynamisch wachsenden Stadtteilen wie Haunstetten, wo neue Wohnquartiere auf ehemaligen Kiesabbauflächen entstehen, liefert diese Methode die notwendige Prognosesicherheit für die Baugrunduntersuchung und die Dimensionierung von Tiefgründungen.
Die seismische Tomographie verwandelt die quartären Schotter des Lechtals in ein transparentes Schichtenmodell – unverzichtbar für jede belastbare Gründungsprognose.
Häufige Fragen
Mit welchen Kosten muss man für eine seismische Tomographie in Augsburg rechnen?
Die Kosten für eine seismische Tomographie in Augsburg liegen typischerweise zwischen €2.580 und €4.390, abhängig von der Profillänge, der Anzahl der Geophonauslagen und der gewählten Anregungsquelle. Kurze Profile zur Baugrubenvorerkundung sind am unteren Ende angesiedelt, während lange Transekten mit Kombination aus P- und S-Wellenmessung den oberen Bereich ausmachen.
Welche Eindringtiefe erreicht das Verfahren im Augsburger Kies?
Die Refraktionstomographie erreicht in den dicht gelagerten quartären Schottern Augsburgs typischerweise Tiefen zwischen 30 und 50 Metern, vorausgesetzt die Profillänge beträgt das Vier- bis Fünffache der Zieltiefe. Die Reflexionsseismik kann mit entsprechender Quellenergie auch noch das Tertiär in über 80 Metern Tiefe abbilden, was besonders bei Pfahlgründungen im östlichen Stadtgebiet relevant ist.
Wie läuft eine Messkampagne in der Innenstadt ab?
Die Messkampagne wird auf die örtlichen Gegebenheiten Augsburgs abgestimmt. Innerstädtisch arbeiten wir mit Impulsquellen, die den Verkehrsfluss nicht unterbrechen, und verlegen die Geophonlinien bevorzugt in Grünstreifen oder entlang von Gehwegen. Jede Messung wird vom Team vor Ort geleitet und dauert je nach Profillänge zwischen einem halben und zwei Tagen. Die Auswertung erfolgt anschließend im Labor mit spezieller Laufzeittomographie-Software.
Welche Bodenkennwerte lassen sich aus den seismischen Geschwindigkeiten ableiten?
Aus den gemessenen P- und S-Wellengeschwindigkeiten werden die dynamischen Elastizitätsparameter wie der dynamische Elastizitätsmodul, der Schubmodul und die Poissonzahl abgeleitet. Über empirische Korrelationen, die an die quartären Böden Augsburgs angepasst sind, lassen sich zudem Abschätzungen zur Lagerungsdichte der Kiese und zur Konsistenz bindiger Zwischenlagen treffen, die direkt in die Bemessung nach Eurocode 7 einfließen.